Montag, 26. Oktober 2026 · 18:00/20:15
Samstag, 27. März 2027
18:00/20:15
All of Us Strangers
- Grossbritannien, 2023, 105', E/d
- Regie: Andrew Haigh
- mit Andrew Scott, Paul Mescal, Jamie Bell, Claire Foy
Mitten im pulsierenden London lebt Adam zurückgezogen in einem nahezu verlassenen Hochhaus. Der Drehbuchautor kämpft mit einer hartnäckigen Schreibblockade und führt ein einsames Leben, geprägt von Routinen und der Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit. Als er seinem Nachbarn Harry begegnet, entwickelt sich zwischen den beiden eine vorsichtige Annäherung, die Adam dazu bewegt, lang verdrängten Erinnerungen nachzugehen.
Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln wird die Reise an den Ort seiner Kindheit zum Ausgangspunkt einer intensiven Auseinandersetzung mit Herkunft, Familie und den Spuren, die das Vergangene im Leben eines Menschen hinterlassen. Dabei entfaltet sich eine Geschichte, die sich bewusst einfachen Erklärungen entzieht und die Grenzen zwischen Erinnerung, Empfindung und Gegenwart auf poetische Weise auslotet. Vergangenheit und Gegenwart beginnen ineinanderzufliessen, Realität und Vorstellung werden untrennbar miteinander verwoben. Was geschieht, wenn Erinnerungen plötzlich greifbar werden? Wenn die Vergangenheit an die Tür klopft und die Grenzen zwischen Wirklichkeit, Traum und Sehnsucht verschwimmen?
Mit All of Us Strangers gelingt Regisseur Andrew Haigh ein feinfühliges Drama über Einsamkeit, Liebe und die Sehnsucht nach Nähe. Basierend auf dem Roman Strangers von Taichi Yamada erzählt der Film mit grosser emotionaler Präzision von Verlust und Versöhnung. Die eindringlichen Darbietungen von Andrew Scott und Paul Mescal verleihen der Geschichte eine besondere Intensität und Glaubwürdigkeit.
In ruhigen Bildern und mit grosser erzählerischer Sensibilität entsteht ein poetischer, emotionaler Film, der seine Figuren ernst nimmt und seinem Publikum Raum für eigene Deutungen lässt – ein Film über das, was Menschen verbindet – und über die Erinnerungen, die uns ein Leben lang begleiten.